Makro im Freien
Nach dem langen Winter dieses Jahr, war es endlich an der Zeit mein neues Makroobjektiv auch für das zu gebrauchen, für das es eigentlich gedacht ist.
Was bietet sich da besser an, als im Urlaub die verschiedenen Pflanzen am Wegesrand zu fotografieren? Da ich leider kein Pflanzenexperte bin, kann ich zu den einzelnen Bilder keine botanischen Aussagen machen. Dafür aber fotografische:
Alle 8 Aufnahmen wurden mit dem Nikon Micro Nikkor AF-S 105mmm 1:2,8G VR auf der D700 gemacht, die anderen Aufnahmedaten siehst Du in der Großansicht.
Die ersten 6 Aufnahmen (Blüten) wurden mit Hilfe meines Stativs gemacht, eigentlich ein absolute Muß bei Makroaufnahmen, da erstens die Verwacklungsgefahr drastisch abnimmt, und zweitens die Hände frei sind für andere Dinge. Aber warum nur abnimmt: "Wer verwackelt denn ein Bild mit Stativ?" könnte man jetzt fragen. Naja, es gibt noch ein paar Faktoren, die erst beim zweiten Hinsehen ersichtlich werden:
- Wind (der könnte die Blumen bewegen, was auch zu Verwacklungen führen kann)
- Hefiges Drücken beim Auslösen der Kamera
- Spiegelschlag (die beweglichen Teile im Kamerainneren verursachen Erschütterungen)
Gegen den Wind helfen eigentlich nur drei Sachen: Geduld, Geduld und Geduld, wobei ein gut plazierter Windfang z.Bsp. in Form eine Fototasche auch Wunder wirken kann.
Der zweite Punkt läßt sich einfach vermeiden: Ein Fernauslöser, heute meistens ein elektrisches Modell, evtl. sogar drahtlos, ist die Lösung. Ihn gibt es in vielen Ausführungen, es muß nicht immer ein Modell vom Kamerahersteller sein. Mein Intervallauslöser bietet außer dem normalen Auslösen noch viele Funktionen die man gut gebrauchen kann.
Beim letzten Punkt kommt eine kamerainterne Technik zum Einsatz: SVA. Spiegelvorauslösung, nennt sich der Menuepunkt. Hierbei wird die Aufnahme nach der Auslösung um ca. 1 Sekunde verzögert nachdem der Spiegel hochgeklappt wurde. So kann die Kamera noch ein wenig "ausschwingen" bevor das Bild belichtet wird. Das hört sich zunächst komisch an, aber es nützt tasächlich eine ganze Menge.
Um die perfekte Schärfe exakt auf den gewünschten Punkt zu bekommen habe ich zusätzlich meinen Novoflex Schlitten verwendet, d.h. man schaltet den Autofokus ab und stellt duch verschieben der Kamera in der Längsachse scharf.
Nachdem die technischen Punkte abgehakt sind, kommen wir nun zu den weichen, den gestalterischen Themen. Hier drängen sich zwei Punkte auf:
- Aufteilung der Bildfläche
- Gestaltung der Schärfentiefe
Betrachten wir die ersten zwei Motive, wird klar, daß die Bildaufteilung eher langweilig, d.h. mittig gewählt wurde. Etwas spannender wird's bei der Schärfentiefe, erst auf den zweiten Blick erkennt man, daß diese bei der ersten Aufnahme (Bende 11) wesentlich größer ist, als bei der Zweiten (Blende 5,6), dies liegt daran, daß der Hintergrund bei beiden Bildern so weit von Motiv entfernt ist, daß dieser total verschwimmt, egal welche Blende gewählt wurde. Man erkennt die unterschiedliche Schärfentiefe nur an der Blume an sich.
Die Bildgestaltung der rosa Blümchen ist spannender:
- Einmal eine klassische Diagonale, von links nach rechts aufstrebend
- Die Teilung des Bildes 1/3 zu 2/3 Hintergrund / Motiv, auch sehr klassisch
Bei der Schärfentiefe erkennt man hier sehr schön die Bedeutung des Abstandes Motiv zum Hintergrund. Obwohl bei Bilder mit fast der gleichen Blende aufgenommen wurden erkennt man bei der ersten Darstellung die Blätter im Hintergrund noch deutlich als solche, bei der zweiten jedoch nicht mehr. Dies ergibt sich aus dem schrägen Aufnahmewinkel der zweiten Aufnahme.
Die Mohnblüten der fünften Aufnahme wurden auch wieder in einer Diagonalen gestaltet, während die einzelne Blüte der sechsten Aufnahme wieder mittig aufgefasst wurde.
Hier erkennt man sehr schön den Einfluß des Abbildungsmasstabs auf die Schärfentiefe: Wärend für die obere der zwei Mohnblüten Blende 5,6 reicht um das Innere der Blüte scharf abzubilden benötigt die wesentlich größer aufgenommene einzelne Blüte schon Blende 16 für das gleich Ziel.
Für die vorletzte Aufnahme wurde in der Nachbearbeitung ein weiteres Stilmittel zur Konzentration auf das Motiv verwendet: die Vingnette. Dazu werden die Bildecken abgeschattet um den Blick auf das Motiv zu lenken. Den Gegesatz dazu finden wir im letzten Bild, wo die sehr gleichmäßige Helligkeitsverteilung über das ganze Bild seine Wirkung zeigt.
Ich hoffe ich konnte hier ein paar interessante Aspekte der Makrofotogrfie aufzeigen, und würde mich übere feedback via Email oder als Kommentar in facebook natürlich sehr freuen.








